Siebenbürgen

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Siebenbürgen, Transilvania

Siebenbürgen (rumänisch Transilvania, ungarisch Erdély) liegt, als Zentralregion Rumäniens, im südöstlichen Mitteleuropa und hier im südöstlichen Teil des Karpatenbeckens. Die sieben Burgen in seinem Wappen stehen für die Sieben Stühle als administrative Einheiten der Hermannstädter Provinz mit dem Hauptstuhl Hermannstadt (Schäßburg, Mühlbach, Großschenk, Reußmarkt, Reps, Leschkirch und Broos). In unseren Ausführungen beschränken wir uns auf das historische Siebenbürgen. Die staatliche Zugehörigkeit Siebenbürgens hat sich im Laufe der letzten tausend Jahre mehrfach geändert. Etwa ab dem 12. Jahrhundert gehörte dieses Gebiet bis zur Großen Kokel und ab dem 13. Jahrhundert ganz Siebenbürgen bis zu den Kämmen des Karpatenbogens zu Ungarn. Von 1541-1687 war Siebenbürgen ein den Türken tributpflichtiges Fürstentum und wurde nach dem Sieg des österreichischen Heeres über die Türken bei Ofen (1687) Kronland der Habsburgermonarchie. Durch den 1867 erfolgten Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn wurde Siebenbürgen wieder Ungarn zugeteilt und seit 1918 gehört Siebenbürgen zu Rumänien.

Siebenbürgen ist ein stark gegliedertes Hügel- und Bergland, das von Westen nach Osten und von Norden nach Süden allmählich ansteigt und vom Kranz der Ost- und Südkarpaten sowie den Siebenbürgischen Westgebirgen wallartig umschlossen ist. Seine Nord-Süd-Erstreckung beträgt 280 km, seine Ost-West-Ausdehnung 310 km. Mit einer Gesamtfläche von nahezu 56000 km² ist es etwas kleiner als die beiden Bundesländer Baden-Württemberg und Hessen. Im Norden grenzt Siebenbürgen an Sathmar (Satu Mare), die Maramuresch und das südliche Buchenland (Bukowina), im Osten an die Moldau (Moldova), im Süden an die Große Walachei (Muntenien) und an die Kleine Walachei (Oltenien) und im Westen an das Banat und an das Kreischgebiet (Crisana) Die beiden naturräumlichen Haupteinheiten, die als Landschaften Siebenbürgen kennzeichnen, sind die schon erwähnten Randgebirge und das Siebenbürgische Becken. Die Ost- und Südkarpaten als Teil dieser Randgebirge sind die Fortsetzung der Waldkarpaten und der Westkarpaten (Beskiden und Tatra), die mit den Alpen und anderen Gebirgen Eurasiens (Kaukasus-Himalaja) zum alpidischen Gebirgssystem gehören. Die Entstehung dieses Gebirgssystems und somit auch der Karpaten begann im Erdmittelalter vor etwa 95 Millionen Jahren, als dieser ganze Raum vom damaligen Mittelmeer, der Thetys, bedeckt war. Durch die in mehreren Etappen erfolgte Auffaltung und Anhebung der auf dem Meeresgrund abgelagerten Sedimente entstanden schließlich im Tertiär auch die Karpaten. Diese durch Schollendrift verursachte Auffaltung führte im Jungtertiär zu zahlreichen Brüchen in der Erdrinde, die das Austreten von feuerflüssigen Laven ermöglichten und somit zur Entstehung der vulkanischen Gebirgskette an der Westflanke der Ostkarpaten führte.

Nachdem der Seeboden des Siebenbürgischen Golfs und späteren Sees von Norden beginnend beständig angehoben wurde, konnte das Seewasser an der tiefsten Stelle des Beckens - dem Miereschtal - in das Pannonische Meer abfließen, so dass der Großteil des Seebodens schließlich trocken wurde. Lediglich am Rand dieser Beckenlandschaft blieben zunächst noch unterschiedlich große Restseen übrig, die aber schließlich auch trocken wurden. Auf der Land gewordenen Oberfläche begannen nun die abtragenden Kräfte (Wasser Temperatur, Wind und Lebewesen) ihre Tätigkeit. Vor allem die fließenden Gewässer schnitten immer tiefere Täler in die Oberfläche des Siebenbürgischen Beckens. Im Kontaktbereich der weicheren Ablagerungen des Siebenbürgischen Beckens mit den härteren Gesteinen der Randgebirge räumten die Gebirgsflüsse einen Kranz von Kontakt- oder Randsenken aus. Innerhalb von diesen entstand während der pleistozänen Eiszeiten und danach das heute uns bekannte, stark gegliederte Siebenbürgische Hochland als Zentralteil dieser Beckenlandschaft. Während der Eiszeiten erhielten auch die Ost- und vor allem die höheren Südkarpaten ihr hochgebirgsartiges Erscheinungsbild. Somit sind sowohl die Randgebirge als auch das Siebenbürgische Hochland weitgehend Gebilde der Erdneuzeit. Ihr geologischer Aufbau hingegen ist völlig verschieden.

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Das Klima

Das Klima dieses Naturraumes ist ein gemäßigtes Kontinentalklima, das durch relativ große Temperaturgegensätze zwischen Sommer und Winter gekennzeichnet ist. Die kalten Winter sind gewöhnlich schneearm, der Januar ist der kälteste und regenärmste Monat (Durchschnittstemperatur für Schäßburg -4,3 °C), der Frühling gewöhnlich sonnig und mild. Die meisten Niederschläge, die im Siebenbürgischen Hochland von Westen nach Osten steigen, fallen im Mai und Juni. Der wärmste Monat ist der Juli (bei Schäßburg 18,7 °C) mit Wärmegewittern, Wolkenbrüchen und Überschwemmungen. Durch seine lang anhaltenden Schönwetterperioden ist der "Siebenbürgische Herbst" bekannt. Die tiefste Temperatur wurde in Siebenbürgen im Januar 1942 mit -38,5 °C in der Burzenländer Senke bei Brenndorf und die höchste Temperatur im Sommer 1952 bei Sabed nordwestlich von Neumarkt a. M. (Târgu Mures) in der Siebenbürgischen Heide mit 40,6 °C gemessen. Die absolute Schwankungsbreite beträgt bei Neumarkt a. M. 73,4 °C. Die mittlere Jahrestemperatur schwankt zwischen 10 °C (Siebenbürgische Heide) und -2 °C auf den Gipfeln der Südkarpaten. Gemäß den unterschiedlichen Höhenstufen können innerhalb von Siebenbürgen drei Klimaregionen unterschieden werden: ein Berg- und Hochlandklima zwischen 200-800 m ü. NN, ein Mittelgebirgsklima im Höhenbereich von 800-1700 (1900) m und ein Gebirgsklima von 1700 (1900) m aufwärts bis zu den höchsten Gipfeln der Südkarpaten. Die geringsten Regenmengen fallen im südlichen Teil der Siebenbürgischen Heide und im Zeckesch-Hochland mit einem Jahresmittel von etwa 550 mm. Am Gebirgsfuß der Ostkarpaten erreicht die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge 700-800 mm, steigt in den Ostkarpaten auf 1100-1200 mm und beträgt im Gipfelbereich der Ost- und Südkarpaten etwa 1400 mm.

Die Winde wehen meistens aus west- und nordwestlichen Richtungen und bringen in den Sommermonaten den benötigten Regen. Die kalten Nordostwinde (Crivat) lassen das Thermometer von Dezember bis Mitte Februar zeitweise auf unter -20 C sinken.

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